Woche 8

Meine Damen und Herren, bitte begrüßen Sie mit mir die Woche des Wahnsinns (Teil 1 von 2)!
Ein viel zu voller Kalender wird uns in diesem Beitrag den Atem rauben, SD-Karten behindern und den Karneval in uns allen gleichzeitig zum lachen und weinen bringen! 

19. Februar

Für mich ist das immer was ganze Besonderes, wenn ich bei einer meiner Töchter entdecke, dass sie sich plötzlich für neue Dinge interessiert. An diesem Samstag lachte mich das schöne Wetter aus der einen Richtung an, und aus der anderen Richtung die wunderschöne Pentax MX, die mir der liebe Falk vor einiger Zeit überreicht hatte. Also zog ich sie aus dem Vitrinenelement in unserem Kallax-Regal, um damit ein sonniges (schwarz-weißes) Portrait meiner Tochter zu machen. Diese wollte daraufhin direkt einen analogen Gegenschuss machen. Das war natürlich schnell erklärt, ich stellte ihr die Belichtungsparameter ein, fokussierte grob vor und übergab ihr die Kamera. "KLICK!" ...
"Papa? Wo kann ich denn jetzt das Foto sehen?"
Digital natives halt, umso gespannter lauschte sie aber dann meiner Erklärung, wie man denn am Ende an das fertige Bild kommt. Ich bin gespannt, ob sie sich daran erinnert, wenn die Bilder als Abzüge da sind!

20. Februar

Muss ich noch mehr erklären? Na ja, vielleicht ein bisschen:
Am Sonntag (also am 21., Achtung, Zeitschleife!) wollte ich die Bilder von meiner SD-Karte importieren, als bei 38 von 41 Bildern plötzlich nur eine Fehlermeldung in Lightroom auftauchte. Offenbar hatte mein vielleicht etwas zu günstiger SD-Karten-Leser das Dateisystem beschädigt, so dass auch die Kamera die Bilder hinterher nicht mehr anzeigen oder lesbar an den Computer übermitteln konnte. An dem Punkt hätte ich mir auch in der kleinen α7c mal den zweiten Speicherkartenslot gewünscht. Auf der anderen Seite habe ich diesen an der großen Schwester immer nur dann als Backup aktiviert, wenn ich 100% sicher gehen will, dass die Bilder auch im Rechner ankommen. Im alltäglichen Fototreiben hätte mir das also vermutlich auch nicht geholfen... also zitiert meine Kamera für Sonntag nur die liebe Heidi:
"Ich habe heute leider kein Foto für Dich!"

21. Februar

Der Montag entpuppte sich mal wieder als wilder Ritt. Die mittlerweile übliche Montagstour nach Köln, eine Tour nach Leverkusen. Hier zeichnete sich langsam schon der Wahnsinn der nun doch in Fahrt gekommenen Karnevals-Session ab. Was ich in den letzten Tages-Beiträgen nämlich unerwähnt ließ:
Samstag und Sonntag standen neben den oben erwähnten Ereignissen schon ganz im Zeichen von Kuhl un de Gäng. Nachdem einige Kollegen aus dem Karneval wegen Corona-Fällen innerhalb der Bands kurzfristig ausfielen, füllte sich unser Kalender nämlich kurzfristig weiter. Und so war ich an beiden Wochenendtagen vor allem mit den Jungs aus der Band auf der Rolle. Was sich nach der langen Zeit der Abstinenz absolut fantastisch anfühlte!

22. Februar

Heute wieder ein Selfie, dieses Mal aber nicht aus Verzweiflung! Der zur aktuellen Session gehörende Titel meiner Band heißt nämlich "Rut un Wiess". Mit Blick auf die Beschriftung des T-Shirts lässt sich also vermutlich schon erahnen, was hier los ist: Es handelt sich um ein Social-Media-Werbebild für neue Merchandise-Shirts meiner Band, das in einem Hau-Ruck-5-Minuten Shooting zwei Straßen von meiner Wohnung entfernt entstand. Schon etwas sonderbar, die Wand im Hintergrund gehört nämlich zur Berufsschule nebenan und bei etwa fünf Grad Außentemperatur im T-Shirt alleine vor einer Kamera herumhüpfen, während eine nicht zu verachtende Anzahl Berufsschüler gerade ein paar Meter weiter Mittagspause macht und zuschaut... ein komisches Gefühl! Aber mittlerweile ist die Grenze zur Scham so ausgeleiert, da kommt es darauf auch nicht mehr an.

23. Februar

Der Mittwoch war wieder ein typischer Home Office Tag. Das Wetter indessen fuhr zur Frühlings-Hochform auf und lachte durch die großen Fenster am Balkon in die Wohnung. Auf dem Tisch stand noch eine Vase mit Tulpen, die meine Frau zu ihrem Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Dass das bereits 5 Wochen her war, spricht wohl stark für die Blumen und den Wasserfüllstand der Vase!
Frühling... der kommt gerade genau richtig!

24. Februar

Weiberfastnacht... den Begriff kannte ich aus dem Jahr davor nur als "der einzige Tag, an dem karnevalstechnisch irgendwas geht" und das war auch "nur" ein Livestream aus der Lanxess Arena und ein Auftritt im Autokino.
Dieses Jahr sollte das wieder ganz anders aussehen: Es war der erste von 4 heißen Tagen, die mit Auftritten - im Rahmen der Coronalage - nur so gespickt waren. 
Und doch sollte diese eigentlich freudige Aussicht schwer getrübt werden, doch dazu mehr am nächsten Tag:

25. Februar

Ein verrücktes Gefühl, auf die Bühne zu gehen und das Publikum bis zum Limit anzupeitschen, während auf der einen Schulter der "Pass auf, es gibt dieses Corona ja auch noch"-Zeigefinder erhoben sitzt und auf der anderen Schulter ein Newsticker mit sich gefühlt sekündlichen überschlagenden Neuigkeiten aus Osteuropa rattert. 
Einerseits tut es gut, sich auch in solchen Situationen den positiven Emotionen zu widmen und mit dem Publikum zusammen den Spaß und die Lebensfreude zu erleben, auf die so viele jetzt zwei Jahre warten mussten.
Auf der anderen Seite kreisen natürlich währenddessen die Gedanken unaufhörlich um das Leid der Menschen nur gut tausend Kilometer weiter östlich. Ein beklemmendes Gefühl, das sich nur schwer ignorieren lässt. Dazu gibt es nächste Woche sicher noch mehr, denn...

... diesen Beitrag schreibe ich am 05. März, an dem auch die Woche danach schon einen Tag überfällig ist. Ich weiß also schon, was nächste Woche kommt und kann schon mal guten Gewissens behaupten: Das wird genauso wirr und wild und eventuell im Subtext von Stress gezeichnet wie diese Woche. Ein gutes Zeichen, wenn man jede Woche davon erzählt, dass es stressig war, oder? ;-)