Woche 6 - ein Hauch von Frühling

Ist das Jahr wirklich schon wieder so alt? Ich erinner mich noch an das erste Foto und die ersten unsicheren Versuche, ein dem Projekt zuträgliches Layout zu finden. Und jetzt ist schon die sechste Woche des Jahres vorbei. Die Quote der farbigen Bilder zeigt aber auch: Mit dem Fortschreiten des Jahres kehrt endlich auch das gute Wetter zurück!

Diese sechste Woche begann mit einem sehr erfreulichen Termin: Meine Schwester hatte am 05. Februar ihren Junggesellinnenabschied und ich war von ihrer Trauzeugin als Kuchenlieferant und Fotograf eingespannt worden. So fand ich mich mit einer großzügigen Zeitreserve am Samstag Mittag im Volksgarten in Köln wieder und wartete am Ufer des kleinen Sees auf das Eintreffen der Mädels.
Gleich zu beginn wartete ein schönes Erlebnis auf mich: Ein neugieriger Schwan hatte die gefüllten Keksdosen, die ich unvorsichtigerweise auf einer steinernen Bank abgestellt hatte, von weitem erspäht und schlich sich hinterrücks an. Es machte ein paar Mal "KLONG!", bevor ich bemerkte, was da vor sich ging: Er versuchte die Deckel von den Dosen zu ziehen. Um nicht herausfinden zu müssen, nach wie vielen Versuchen ihm das gelingen würde, ging ich - respektvoll aber bestimmt - dazwischen und bewachte die Dosen wieder auf meinem Arm. Der Schwan war zwar wenig beeindruckt, zeigte aber seinerseits ebenfalls Respekt und wir einigten uns friedlich darauf, die Dosen nicht zu öffnen.

Einige Zeit später zog der Schwan weiter und die Dosen wurden von den hungrigen Junggesellinnen geplündert. Das folgende kurze Fotoshooting in bester Harry Potter Manier forderte ein nasses Opfer: Ein Windstoß blies einen Hut in den See. Wir fanden ihn auf dem Rückweg am gegenüberliegenden Ufer. Hut ab!

Da wir bei meinen Eltern in Leverkusen übernachtet hatten und die Schlafcouch für zwei Erwachsene und ein Kind doch recht eng war, war der 06. Februar ein recht müder Sonntag. Nach dem Frühstück fuhren wir nach Hause und nur ein Waldspaziergang konnte uns davor bewahren, sofort auf dem Sofa einzuschlafen.


Arbeitsam begann die neue Woche. Nachdem in der Woche zuvor die Ensemble-AGs in Köln ausgefallen war, stand am 07. Februar die nächste Probe an. Nach einiger Vorbereitungsarbeit am Vormittag musste ich aber erst noch in den Wald, um dort ein paar Videoaufnahmen für die Freundeskreis Community zu machen. Natürlich war es wie immer: Videodrehs dauern immer länger, als ich mir das vorher vorstelle! Und so ging es gehetzt zurück nach Hause, um rechtzeitig nach Köln zu kommen. Nach der sehr angenehmen Probenarbeit mit den Schülern setzte ich mich in mein Auto und fuhr los. Gerade noch rechtzeitig fiel mir dabei der Parkplatz am Fühlinger See auf, so dass ich noch von der Schnellstraße abfahren konnte. Am Ufer der Regattabahn schaute ich der Sonne ein paar Minuten lang dabei zu, wie sie sich langsam dem Horizont näherte um danach entspannt in den Feierabend zu fahren. 

Endlich wieder ein Verzweiflungsselfie! Ich muss zugeben, beim Betätigen des Auslösers fühlte es sich nicht nach "Verzweiflung" an und auch nicht nach "Foto des Tages". Allerdings war auch der 08. Februar ein sehr arbeitsamer Tag, der mit Vorbereitungen für die Musikschule begann und nahtlos in einen langen Unterrichtsbetrieb überging. Und so landete neben diesem Bild nur ein einziges weiteres Foto auf meiner Speicherkarte: Ein Bild von meiner abendlichen Pizza. Dann doch lieber ein Gute-Laune-Selfie vor einem E-Piano... oder?

Der Frühling ist da!
Jedes Jahr ist es ein besonderer Moment für mich, wenn ich den ersten Krokus entdecke, der seine Blüten der Sonne entgegenstreckt.
Dieser Tag war dieses Jahr der 09. Februar. An diesem Mittwoch machten wir einen kleinen Mittagsspaziergang, um zwischen der ganzen Arbeit und einigen Terminen zumindest ein paar Minuten frische Luft und ein paar Schritte Bewegung abzubekommen.
Trotz sich eisig anfühlender Kälte machte dieser Krokus aus jedem Sonnenstrahl, der sich danach durch die Wolken kämpfen konnte, einen Frühlingsboten.

Doch was ist jetzt los? Gerade war noch von Frühling die Rede, von Sonnenstrahlen und Krokussen. Woher kommt jetzt Dunkelheit, Kälte und wenn man genau hinschaut sogar Regen?

Der Donnerstag (10.02.) zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass die ganze Tagesplanung durch die Folgen der aktuellen Coronawelle durcheinandergebracht wurde. Wirklich erstaunlich, wie schnell sich der ganze Bekanntenkreis und das Umfeld der Freizeitaktivitäten der Kinder angesteckt hatte. Somit zerschlugen sich viele Termine, die den Tag ursprünglich strukturiert hatten.

Die Alternative: Eine "Nachtwanderung"! 
Auch, wenn es eigentlich erst Abend war, schnappten wir uns ein paar Taschenlampen und streiften damit durch den Wald hinter unserer Wohnsiedlung. Leider schaffte es meine jüngere Tochter, ihre Mütze heimlich aus dem Kinderwagen zu werfen und so mussten wir die gleiche Strecke den Boden absuchend zurücklaufen. 
Eine Nachtwanderung mit konkreter Mission: Rettet die nasse, matschige Mütze! Cool! 

Schon wieder eine Woche um - Der 11. Februar begann so sonnig und frühlingshaft, wie die Krokusse es am Mittwoch schon versprochen hatten. Und so beschlossen Enkelson (ein Düsseldorfer Sänger, in dessen Band ich spiele) und ich, die lange Pause, die die aktuelle Pandemie uns aufgezwungen hatte, mit einem Kaffee to go zu beenden. Eine gut 10.000 Schritte lange Runde quer durch Benrath später warteten zwei Schüler auf mich und ein besonderer Abend:
Meine ältere Tochter durfte endlich mit uns zusammen den ersten Film der Harry Potter Reihe schauen. Ein tolles Erlebnis, diese großen, leuchtenden Augen zu sehen, die im wahrsten Sinne des Wortes von diesem Film verzaubert wurden.

Was für eine schöne, sonnige Woche. Fotografisch bin ich an vielen Stellen nicht so zufrieden, wie ich es gerne wäre. Ich stelle aber auch oft fest, dass ich am Ende der Woche ein viel unzufriedeneres Gefühl habe, als sich am Ende bei der Auswahl und Vertextlichung der Bilder einstellt.
Das Projekt macht mit jeder Woche mehr Spaß, ich wünsche mir aber auch gleichzeitig mit jeder Woche mehr, den täglichen Fotos und dem täglichen Fotografieren noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken.