Woche 3

Diese Woche - das sieht man schon daran, dass ich erst Sonntags diese Seite hier verfasse - war ein wilder Ritt. Verschiedene Familientermine, Aufträge und private Verpflichtungen versuchten sich mit den regelmäßigen Terminen im Kalender zu messen. Wer gewonnen hat und ob ich es überlebt habe, wird sich am Ende dieser Wochenübersicht zeigen.

Die Woche begann entspannt und familiär. Nachdem ich eine samstägliche Klavierschülerin unterrichtet hatte, machten wir uns am 15. Januar nach dem Mittagessen spontan auf, um den Landschaftspark Duisburg Nord (in Fachkreisen liebevoll "LaPaDu" genannt) zu besuchen. 
Während ich mit meiner älteren Tochter schon mal einen Fotoausflug dort hin gemacht hatte, kannten meine anderen beiden Mädels den LaPaDu noch nicht persönlich und waren gespannt, was dort auf sie wartete. In erster Linie war das Kälte, die sich in einer Art präsentierte, für die einst ein Rheinländer das Wort "usselig" ins Leben rief. Fröstelnd, aber gleichzeitig von der industriellen Monstrosität begeistert drehten wir dort eine ausgedehnte Runde und schauten uns die vielen Hochöfen, Wasserbecken und Rohre an. Immer wieder spannend, wie selbst meine knapp vier Jahre alte Tochter von so einer Umgebung in ihren Bann gezogen wird - selbst wenn man sie bei Ankunft aus dem Mittagsschlaf wecken musste und die Motivation anfangs entsprechend schwach war.

Eine meiner Leidenschaften ist die Fotografie, eine andere ist die Musik. Besonders spannend wird es immer dann, wenn die eine Kunstform für Erlebnisse in der anderen sorgt. Genau das passierte am 16. Januar.
Über Falk lernte ich den Fotografen Matthias Römer kennen, der neben der Fotografie ebenfalls eine große Leidenschaft für die Musik hat.
Und so begab es sich, dass wir uns an diesem Abend im Theater Traumkarussell in Übach-Palenberg trafen, um dort im Duo ein paar Klassiker der Swing-Ära zu spielen. Ganz entspannt, zu zweit. Eine Jamsession.
Für mich war das in vielerlei Hinsicht ein toller Abend: Momentan gibt es ja nicht allzu viele Möglichkeiten für mich, meinen Job als Musiker auch auf der Bühne auszuüben. Es tat nachhaltig gut, mal wieder für Musik ins Auto zu steigen und dann - das ist Punkt zwei - eine Musikrichtung zu verkosten, mit der ich in letzter Zeit nicht zu viel Kontakt hatte. Früher habe ich viel Jazz gespielt, darunter auch das Sinatra-Swing-Repertoire. Umso gelegener kam jetzt dieses Come-Back, wenn auch ganz ohne Publikum. Und der dritte Benefit war natürlich, mit einem Musiker zusammen zu spielen, mit dem ich vorher noch nie auf einer Bühne oder in einem Probenraum stand. Das schreit nach Wiederholung!

Dieser Montag sah im Kalender eigentlich aus, als könne er kein Wässerchen trüben. Kein fixer Termin im Kalender versuchte mir weis zu machen, dass es heute schwer werden könnte, mein tägliches Foto zu machen. Und doch war die Ausbeute am Ende mager.
Am Ende war es aber doch sehr viel Arbeit und ein großer Stapel im Büro, der weggeschafft werden wollte. Also blieb es an diesem arbeitsreichen Tag bei einem einzigen Foto von meinem persönlichen Highlight: Einem Mittagsspaziergang mit meiner lieben Frau durch den schon so oft von uns besuchten Schlosspark Benrath, an dem ich mich aber doch nie so richtig satt sehen kann.

Dienstag, der 18.01., ein langer Tag. Ein Tag der Spannung, des Stresses und der Glücksgefühle.

Ich fahre ein relativ altes Auto. Vom Onkel meiner Frau bekam ich seinen 2007er Opel Vivaro... geschenkt! Lediglich ein paar Reparaturen waren daran durchzuführen. Und er musste noch durch den TÜV. Das stand an diesem denkwürdigen Tag also an. Da ich nachmittags in der Music Box Köln unterrichten musste, brachte ich das Auto zur Werkstatt meines Freundes Markus nach Bedburg und fuhr von dort aus mit der Bahn weiter in die nahe Großstadt. Kaum am Bahnhof Ehrenfeld angekommen und Richtung Musikschule losgelaufen klingelte mein Handy. Die erste Nachricht von Markus: Traggelenk links und Bremslichtschalter kaputt. "Das geht ja gut los", dachte ich. "Wenn jetzt noch mehr kommt, wird das ein teurer Spaß". 
Nach ein paar Schülern meldete sich Markus wieder: Sonst sah alles in Ordnung aus, die Ersatzteile waren schon bestellt. Und eine gute Handvoll weiterer Schüler später kam das Foto von der neuen TÜV-Plakette.
Da ich erst nach Werkstattschluss Feierabend hatte, setzte ich mich nach dem letzten Schüler wieder in die Bahn und fuhr nach Hause. Ein Bahntag.

Motto des Tages? Motto vielleicht der ganzen Woche? 

"Müde"
Die letzten Nächte waren alle kurz. Nach der Jamsession am Sonntag war ich erst spät zu Hause und danach folgten einige kurze Nächte, weil meine kleinere Tochter mal wieder ein paar neue Zähne bekommen wollte. Am 19. Januar schlug die Wochenmüdigkeit dann das erste Mal mit voller Gewalt zu. Zwischen zwei Schülern war ich mit der Bahn nach Bedburg gefahren, um mein frisch "getüvtes" Auto abzuholen und dann in Windeseile zurück nach Benrath geheizt, um den nächsten Schüler zu empfangen. Als ich mit dem letzten Schüler durch war, waren die Akkus leer. Aber heute Abend stand noch ein freudiges Ereignis an: Meine Frau hat am 20. Januar Geburststag und ich freute mich auf ein mitternächtliches Glas Rotwein zur Feier ihres Jubiläums.

Für den 20. Januar brauche ich noch mal mehrere Bilder.

Es ging los mit einem gemütlichen Frühstück bei Asem. Ihm gehört die Rösterei unseres Vertrauens und wir hatten diese ohnehin viel zu lange nicht mehr besucht. Danach gingen wir zum Kindergarten meiner älteren Tochter, mit der wir direkt nach ihrem Mittagessen zu einem Ausflug verabredet waren.

Der Ausflug führte uns mit dem Auto nach Leverkusen Hitdorf. In der Nähe der Autofähre, die über den Rhein hinüber nach Köln Langel fährt, suchten wir uns einen Parkplatz. Leonie war schon oft am Rheinufer auf einem Spielplatz gewesen und wünschte sich schon länger eine Fahrt mit der Fähre. So setzten wir also über.

Auf der anderen Seite angekommen trafen wir auf eine sehr neugierige Truppe Möwen, die dort den Neuankömmlingen auflauerte. Vermutlich sind sie gewöhnt, dass dort der ein oder andere Snack abfällt. Keiner von uns war allerdings auf die bittere Kälte richtig vorbereitet und so zog es uns auf ein Getränk und Waffeln ins Café an der Fähre.

Der Freitag, 21. Januar, war ein ausgesprochen fotografischer Tag. Er begann mit einem ausgiebigen und sehr schönen Fototermin mit einem frischgebackenen Elternpaar und dem vier Wochen alten Töchterlein. Danach folgte eine Klavierstunde und danach ging es wieder mit meinen Mädels zum Sport. Während sich meine Frau und unsere Töchter bei einem Zirkeltraining mit Nati austobten, war ich auch hier wieder dafür zuständig, meine Kamera zu bedienen. Ein aufwendiges Unterfangen, da mir das vorhandene Licht das Fotografieren schwer machte.
Und so hatte ich an diesem Tag bei über 700 Bildern hauptsächlich Kinder vor der Linse, so dass ich eine Weile suchen musste, bis ich ein Bild gefunden hatte, das zum Tag passte, aber trotzdem die Privatsphäre der abgebildeten Models adäquat wahrt. 

Fazit Woche 3

Was eine Woche... von Müdigkeit geplagt, mit vielen Eindrücken und Erlebnissen gesegnet.
Für mein Projekt hat sich das über die Woche hinweg wieder sehr durchwachsen angefühlt. An manchen Tagen hatte ich das Gefühl, automatisch ein Foto des Tages dabei zu haben. Und an anderen hingegen hatte ich die Kamera wirklich nur für zwei oder drei Bilder in der Hand.
Das Ergebnis gefällt mir aber interessanterweise bisher am besten. Das mag auch daran liegen, dass ich diese Woche gezielt erst ganz am Schluss (bzw. zwei Tage danach) erst in einen Artikel hier verwandelt habe. In den Wochen zuvor hatte ich auch über die Woche hinweg schon mal ein wenig zu den Bildern geschrieben. Dadurch waren die Erinnerungen besonders frisch. Diese Woche allerdings habe ich das Gefühl, dass die Tage sich durch die spätere Betrachtung der Bilder noch mehr auf ihre eigene Essenz reduziert haben. Und auch, wenn ein Foto immer nur einen kleinen Teilaspekt des Tages abbildet, binden sich die anderen Eindrücke für mich trotzdem daran an.
Es macht Spaß, aber da geht noch mehr. Mehr Fokus, mehr Bewusstsein, mehr im Moment.