Woche 19

Der Mai schreitet so vor sich hin und bringt schönes Wetter, hübsche Insekten und illustre Junggesellinnen-Abschiede mit sich. Die Adjektive dürfen hier natürlich nach Geschmack durchgetauscht werden. Außerdem ist der Juni in Sicht, in dem sich im Kalender wieder ein wenig ändert, was mir durchaus gute Laune macht. Aber dazu an geeigneter Stelle später mehr.

07. Mai

Zu diesem Samstag fasse ich mich kurz: Bevor abends der nächste Auftritt mit Kuhl un de Gäng ins Haus stand, besuchten wir gemeinsam meine Schwieger-Großmutter. Kurz bevor das Gewitter des Tages über Düsseldorf Heerdt hinwegrollte, fotografierte ich diese stilecht im Pflanzkasten auf dem Balkon wohnende Geranie gegen den ergrauenden Himmel.
Ein guter Freund von mir führt regelmäßig den erbitterten Kampf um die schönsten Geranien in seiner Nachbarschaft. Es gibt schlimmere Hobbies, oder?

08. Mai

Und da war er nun, der oben angekündigte Junggesellinnen-Abschied. Meine liebe Schwägerin Katharina darf sich am kommenden Samstag nämlich auch kirchlich in den Bund der Ehe stürzen und das sollte natürlich schon vorher gebührend gefeiert werden. Bei einem gemütlichen Picknick am Rheinufer wurde ich samt Kamera dazugebeten und durfte ein gutes Stündchen mit den Mädels den Verschluss rasseln lassen. Das war natürlich ein Spaß, selbst das Rheinwasser in den unachtsam gefluteten Schuhen war inklusive.
On top gab es Sekt und eine Sofortbildkamera für analoge Selfies. Und ein leckeres Abendessen im Medienhafen, der natürlich zum Nachtisch zu weiteren Fotos einlud.

09. Mai

Der Job an der Schule in Chorweiler kann unglaublich anstrengend sein. Einerseits sind die Schüler dort fast ausnahmslos nette Menschen, andererseits ist die Power zum Sabotieren des Probenbetriebs schier unendlich. Um meine Ohren und meinen Kopf ein wenig rehabilitieren zu lassen, halte ich deswegen gerne auf dem Rückweg am Parkplatz an der Industriestraße an und laufe ein paar Meter am Fühlinger See entlang. Abseits der Regattastrecke gibt es auch ein paar Seen, die etwas natürlicher daherkommen und an deren Ufer man wunderbar die Seele baumeln lassen kann. Und an deren Ufer man wunderbar Selfies beim Baumeln machen kann. 

10. Mai

Zwischen zwei Schülern gibt es manchmal auch in der Musikschule kurze Pausen. Da ich dieses Mal bedeutend ausgeschlafener war als in der Woche zuvor, gibt es deswegen zu diesem Tag ein Foto von mir mit offenen Augen und in aufrecht sitzender Position. Ausnahmsweise...
Außerdem ist gerade das Thema "Selbstportrait" gerade praktischerweise recht wichtig für mich.
Falls sich jemand fragt, warum ich momentan so oft Selfies zeige.

11. Mai

Es war wieder einer dieser Unterrichts-Mittwoche, an denen ich kaum vor die Tür kam. Deswegen gibt es - mal wieder - ein Bild der solarbetriebenen Lichterkette auf unserem Balkon. Dass sie tagsüber in einem Akku die Energie für den Abend aus Sonnenlicht speichert, hat einen spannenden Nebeneffekt: Je sonniger der Tag war, desto länger leuchtet sie nach Einbruch der Dunkelheit. Ihr nächtliches Leuchten ist also immer ein Zeugnis sommerlichen Wetters und das macht mir gute Laune.

12. Mai

Momentan ist mir die Tierwelt offenbar wohlgesonnen. Als wir am Donnerstag meine Eltern besuchten und mit einer Tasse frischgekochten Kaffees im Karten saßen, fielen mir die Libellen auf, die dort ihre Kreise zogen. Eine davon zog schon im Flug meine Aufmerksamkeit auf sich: Sie hatte einen golden schimmernden Körper und war relativ groß. Keine Mosaikjungfer, aber trotzdem eine eher stattlich gebaute Art. Das Tier flog einige Male über uns hinweg, bevor es in einem Strauch eine Pause einlegte.
Mit dem 24-105mm f/4 voll ausgefahren schlich ich mich an und kam immer wieder den Auslöser drückend immer näher. Irgendwann hatte ich den Mindestfokussierabstand erreicht. Die Libelle saß nur noch gute fünfzehn Zentimeter vor der Frontlinse und machte keine Anstalten, sich davon beunruhigt zu zeigen.
KLACK KLACK KLACK
Da war sie auch schon im Kasten. Ein kurzer Kontrollblick auf's Display: scharf
"Danke liebe Libelle", dachte ich und als ich ihr zum Abschied winken wollte, war ihr das wohl doch zu intim und sie schoss von dannen.

13. Mai

Freitag der dreizehnte verlief weitestgehend ohne Unglücke. Allerdings auch ohne nennenswerte Ereignisse. Ich hatte wieder einige Schüler hier und war deswegen kaum draußen. Also gibt's den Blick nach draußen diesen Freitag nur durch das geöffnete Küchenfenster beim Kochen des Abendessens.