Woche 18

Eine weitere recht volle Woche bahnt sich an und wartet mit Stress, zu kurzen Nächten und überraschenden Erlebnissen auf mich. Und mit der Tatsache, dass ich diesen Beitrag wieder viel später schreibe, als ich ursprünglich geplant hatte.

30. April

Der Samstag fing schon überaus müde an, war ich doch nach dem überaus anstrengenden Freitag erst spät im Bett gewesen. Um die relativ lange An- und Rückfahrt zum abendlichen Auftritt wach bestreiten zu können, stattete ich mich daher von Anfang an mit einem dieser Koffein-Taurin-Guarana-Zucker-Coctails aus. Das weckt bei mir immer gleich Urlaubserinnerungen, vor allem an die Musik-und-Ski-Wochen mit der Band in Hintertux. Dort fuhren wir bisher nämlich fast immer so hin, dass wir pünktlich zum Frühstück im Hotel ankamen, also war Abfahrt meistens gegen ein Uhr in der Nacht. Die Fahrtzeit bis zur Morgendämmerung überbrückte ich deswegen meist mit dem Lenkrad in der einen und einem solchen Döschen in der anderen Hand.

01. Mai

Nicht nur ich darf wieder auf die Bühne, auch für Melanie ging es an diesem Sonntag mit der Tanzgarde wieder ins Rampenlicht. Bei einer politischen Werbeveranstaltung im beschaulichen Düsseldorf Gerresheim wurden also wieder fleißig Beine geworfen, Spagate gesprungen und Räder geschlagen, während sich das Publikum fleißig Grillwürste und frisch gezapfte Altbiere einverleibte. Herrlich!

02. Mai

Da hilft auch kein Energy-Drink mehr: Das Wochenende war mit seinen relativ kurzen Nächten nicht besonders erholsam, doch die Krone setzte dem Ganzen der Montag danach auf. "Bist Du nüchtern?", hatte mich am Donnerstag mein Arzt gefragt. War ich nicht, also durfte ich für ein großes Blutbild (keine Sorge, mir geht's gut) an diesem Montag schon früh im Labor in Leverkusen auflaufen. Ich bin ja ein Freund von "Never change a runnig system" und deswegen immer noch bei dem gleichen Hausarzt Patient, obwohl ich schon seit über acht Jahren in Düsseldorf wohne. 
Um aber um kurz nach acht schon in Leverkusen sein zu können, klingelte der Wecker um halb sieben. Das klingt für die meisten jetzt nicht furchtbar früh, aber nicht vergessen: Ich bin Musiker!
Da hilft auch kein Energy-Drink mehr... 
Mit diesem Selfie wollte ich schauen, ob ich auf einem (ehrlichen) Selbstportrait so müde aussehe, wie ich mich fühlte. Da half also auch das weichste Fensterlicht nichts: Ja, so müde sah ich aus!


03. Mai

Klavierlehrer müde, Klavierlehrer schlafen.
Mit dieser Beschriftung landete dieses Bild heute (Mittwoch, 11. Mai) in meiner Story bei Instagram. Was letzte Woche nur ein Symptom der kurzen Nächte und anstrengenden Tage war, löste heute ein Klavierschüler alleine aus. Aber dazu dann nächste Woche (also diese Woche, komische Zeitschleifen...) mehr.
Am Dienstag (03. Mai - wir sind wieder raus aus der Zeitschleife) schnappte ich mir deswegen in der Musikschule meine Kamera, die ich sowieso für Skype-Stunden immer als zweite Perspektive dabei hatte. Das Bild anzufertigen war allerdings ziemlich aufregend. Man will ja auch nicht durch die gläsernen Türen auf dem Boden liegend gesehen werden. Aber eigentlich war es ganz gemütlich, ich hätte direkt liegen bleiben können. Das ging natürlich nicht, da kamen ja noch einige Schüler. Aber immerhin hatte ich meinen Wunschzustand mit dem Foto festgehalten.

04. Mai

Der warme Teil des Frühlings bahnte sich langsam an und Melanie beschloss, unseren Balkon dieses Jahr essbar zu machen. Das Gemüse hatte sie schon vorgezogen und so wanderten Chilischoten, Paprika, Salat, Tomaten, Kohlrabi, rote Beete, Zucchini, Gurken, Bohnen und diverse Kräuter in die vielen Pflanzkästen, Blumenkübel und Hochbeete. Ich bin gespannt auf die Ausbeute!

05. Mai

Eisi hat es endlich getan!

Schon etwas länger bin ich der Vogelfotografie zugetan und da das Monatsthema im Fotografie tut gut Freundeskreis ebenfalls "Fotografiere einen Vogel" war, zog ich an diesem Donnerstag mit meiner kleinen Tochter Louisa los, um mit ihr im Kinderwagen die Urdenbacher Kämpe zu besuchen. Das Tele war natürlich im Anschlag und schon auf dem Hinweg zeigten sich die ersten nahbaren Federtiere. Mitten im Tümpelgebiet der Kämpe passierte es dann. Auf einem Ast über dem Wasser saß eine Krähe und posierte von mir völlig unbeeindruckt vor sich hin. Während ich die Kamera anhob, um sie zu fotografieren, landete direkt neben ihr auf dem Ende des Astes ein kleiner Vogel. "Der hat ja nen roten Bauch, das wird doch kein..."

Doch, da war er! Mein erster Eisvogel, der sich in (halbwegs) fotografierbarer Entfernung niederlassen wollte und das, während ich die Kamera schon in Händen hielt. Sonst waren sie immer spätestens beim Zücken des Fotoapparates abgehauen, aber dieses Exemplar blieb für einige Sekunden ruhig sitzen und musterte  die Fischlage unter sich. "Klack", und schon fand er sich auf meiner Speicherkarte wieder. Danach flog er einen Baum weiter und ließ sich noch als Silhouette verewigen.

06. Mai

Mein Arbeitsplatz

Dort verbringe ich an den Kuhl-un-de-Gäng-Tagen oft mehr Zeit, als auf der Bühne selbst. Unser guter, alter Mercedes Viano ist mir mittlerweile ein treuer Freund und zuverlässiger Weggefährte. Er ist innen immer ein wenig chaotisch, aber der Platz hinterm Steuer ist dennoch sehr gemütlich und mein Erholungsort zwischen oder nach den Auftritten. So auch an diesem Freitag.